Es tut gut, wenn man sein inneres Alter mit dem tatsächlichen in Übereinstimmung bekommt.
Diskrepanzen zwischen dem Selbstbild und dem Erlebten können nur dadurch aufrecht erhalten werden, dass man entweder glaubt das Erlebte werde dem Selbst nicht gerecht oder umgekehrt. Im ersteren Fall hat man die Erklärungsnot, warum man nichts "Passenderes" erlebt und muss den Schwarzen Peter jemandem in die Schuhe schieben. Im zweiten muss man mit einem Gefühl der Unzulänglichkeit leben.
Das innere Alter ist dabei eine Eigenschaft des Selbstbilds, die jeder sofort bestimmen kann. "Im Innern bin ich zwanzig", sagt die Frau von sechzig. Und meint damit, dass sie mit dem Leben bis dahin in Übereinstimmung war. Dann ist etwas passiert, was Selbst und Realität divergieren liess und der Abstand ist nie wieder aufgeholt worden.
Das ist schade, denn so ein Abstand steht im Weg. Man kann sich in Ereignissen und Genuss verlieren, aber das Heute erleben kann man nur, wenn man im Heute lebt.
Ein Traum wird zur Illusion, wenn man nicht mehr an seine Verwirklichung glauben kann. Und die Illusion verliert man, wenn man dies erkennt. Das wird oft als Kern des Alterns empfunden.
Vielleicht hilft es ab und zu davon träumen, was man morgen machen will?
